Tonabnehmer-Systeme

Hier ein paar Hinweise und Erklärungen in Wort und Bild.
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Ein Wort zur Befestigung
Es existieren zwei verschiedene Normen zur Befestigung von Tonabnehmer-Systemen:
Als erstes werden sogenannte P-Mount oder T4P Cartridges/Systeme einfach auf das Ende des Tonarms gesteckt. Meistens wird das System mit Hilfe einer Schraube zusätzlich gesichert.
P-Mount
Die weitest verbreitete Technik stellt das
Half-Inch Mount (1/2 Zoll) System dar, wobei das System mit Hilfe von zwei Schrauben (Abstand 1/2 Zoll) am Systemträger (Headshell) befestigt wird. Die vier Tonkabel werden auf die an der System-Rückseite befindlichen Kontaktstifte gesteckt. Hierbei wird grundsätzlich das weisse Kabel über das blaue und das rote über das grüne gesteckt.
Half-Inch Mount

Welche Tonabnehmer-Systeme gibt es?

Keramik-Systeme

In den 50er Jahren kam als Nachfolger der herkömmlichen Schellack-Platte die Vinyl-Schallplatte auf den Markt, die statt mit 78 Umdrehungen pro Minute mit 33 1/3 oder 45 U/min abgespielt werden konnte. Die Laufrille für die Nadel wurde wesentlich schmaler, so dass mehr Platz auf dem Platte für die Rillen vorhanden war. Mit den herkömmlichen Nadeln für Grammophonen war diese Platte nicht abspielbar, also entwickelte man spezielle Keramik-Tonabnehmersysteme mit Saphir-Nadeln. Diese hatten den grossen Vorteil, feiner geschliffen werden zu können, so dass sie auch in der wesentlich engeren Rille der Vinylschallplatte laufen und auch in der entsprechenden Breite für 78er Schellack-Platten angefertigt werden konnten, so dass auch diese abspielbar waren, aber auch den gravierenden Nachteil, dass durch die Härte des verwendeten Materials (Saphir) die Nadel wie eine Fräse wirkte, auch bedingt durch die erforderlichen hohen Auflagekräfte, um den Saphir in der Schallplattenrille zu halten. Nach ca. 5maligem Abspielen einer Vinyl-Schallplatte mit einer derartigen Nadel ist die Rille bereits derartig beschädigt, dass Knistern und Knacken deutlich hörbar wird.

Magnet-Systeme

In den 60er Jahren wurde daraufhin das noch heute allgemein verwendete Magnet-System entwickelt. Besonderes Kennzeichen ist, das ab sofort ein geschliffener Diamant als Nadelspitze verwendet wird, der durch seine homogenen Eigenschaften die Schallplattenrille schont. Im Gegensatz zum Saphir ist ein Diamant wesentlich weicher, dadurch bedingt aber auch bedeutend empfindlicher, so dass er der Rillenstruktur eindeutig besser folgen und wegen seiner Schwingungseigenschaften die Klanginformationen viel viel besser reproduzieren kann. Diese Schwingungen der Nadel werden vom System in elektrische Impulse umgesetzt, die wiederum durch den eingebauten Magneten verstärkt weitergegeben werden. Auf diese elektrische Stromstärke sind die Phono-Eingänge aller Verstärker heutzutage eingestellt - es ist der sogenannte Phono MM Eingang (MM = Moving Magnet). Die Nadel sitzt bei diesen MM Systemen in einem speziellen Nadelträger aus Plastik, der auf das eigentliche System aufgesteckt werden kann. Durch eine einfache metallische Verbindung werden nun die von der Nadel übertragenen elektrischen Schwingungen an den Magneten weitergegeben und von dort verstärkt in das Ausgangskabel des Plattenspielers zum Anschluss an den Verstärker geleitet. Je nach Schliff des Abtastdiamanten konnte man nunmehr auch die Klangwiedergabe verbessern - hierzu bitte weiter unten unter Nadelschliff weiterlesen!

Moving-Coil Systeme

Eine spezielle Weiterentwicklung dieser Technik stellen die Moving-Coil Systeme dar. Um elektrische und elektronische Störungen bei der Verarbeitung des Eingangssignals durch den Magneten zu vermeiden, werden hier die von der Nadel aufgenommenen Signale direkt und ohne Vorverstärkung weitergegeben - dies macht jedoch erforderlich, dass dieses Signal, bevor es die MM-Phono-Eingangsbuchse des Verstärkers erreicht, vor-vorvertärkt werden muss. Viele Verstärker verfügen bereits über einen MC-Eingang oder einen MM/MC Umschalter für den Phono-Eingang, der den Einsatz eines solchen Vor-Vorverstärkers überflüssig macht. Die Abtastnadel ist bei diesen Systemen direkt mit dem Systemkörper verbunden, kann also nicht - wie bei den Magnetsystemen - durch Auswechseln des Plastik-Nadelträgers ersetzt werden. Bei Verschleiss oder Beschädigung der Nadel ist bei Moving-Coil Systemen deshalb der Ersatz des kompletten Systems erforderlich. Diese Technik der Signalübertragung und der Einsatz hochwertig geschliffener Diamanten ermöglicht eine Präzision bei der Wiedergabe von Musik, die in ihrer Feinzeichnung bis heute unübertroffen ist und auch von keinem CD Spieler erreicht werden kann.

NadelSchliff

Entscheidend für die Qualität der Musikwiedergabe ist der Feinschliff der Abtastnadel. Der normale Schliff einer Diamant-Abtastnadel ist kegelförmig, also mit runden Seitenflächen, die sich nach unten zu einer Spitze verjüngen. Diesen Nadelschliff bezeichnat man als sphärisch. Hierbei läuft die Nadelspitze notgedrungen über den Grund der Plattenrille und nimmt dort unvermeidbar Unebenheiten und abgelagerten Microstaub auf, was sich als Knistern und Knacken störend bemerkbar macht.

Um dies zu vermeiden, kann die Nadel derart nachbearbeitet werden. dass die Nadelspitze abgeschliffen wird sowie die seitlichen Auflagekanten der Nadel nachbearbeitet werden, so dass die Nadel schonend und optimal in der Laufrille geführt wird, ohne deren Grund zu berühren. Diesen Nadelschliff nennt man elliptisch. Je feiner die Ausarbeitung dieses Schliffs ist, desto brillanter wird die Klangübertragung. Dies macht sich jedoch auch im Preis bemerkbar. Umso präziser der Schliff wird, desto empfindlicher wird die Nadel auf Beschädigungen der Laufrille. Deshalb sind gerade bei elliptisch geschliffenen Nadeln Kratzer auf der Schallplattenoberfläche wesentlich deutlicher hörbar als bei sphärisch geschliffenen, und ebenso leidet die Nadel unter diesen Beschädigungen weitaus mehr.